Beim Tennisclub gibt es Prüfungsbedarf / Vorwürfe der Misswirtschaft stehen im Raum / Unterlagen für das Geschäftsjahr 2019 wurden gerichtlich eingefordert
Mario Unholz will den TC Ladenburg wieder auf Kurs bringen

Dunkle Wolken hängen derzeit über dem Ladenburger Tennisclub.
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  • Dunkle Wolken hängen derzeit über dem Ladenburger Tennisclub.
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Die gute Nachricht zuerst. In ihrer Jahreshauptversammlung am Samstagabend, zu der die Presse erstmals in der Geschichte des Vereins nicht eingeladen wurde, wählten die Mitglieder des 460 Mitglieder starken Vereins, eine neue Vorstandschaft. Nach dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Ralf Große-Wilde, der in der Versammlung nicht anwesend war, sprachen die 120 anwesenden Mitglieder Mario Unholz und den sechs stellvertretenden Präsidenten ihr Vertrauen aus. „Wir spüren nach unserer Wahl viel Rückenwind von den Mitgliedern“, sagte Unholz, als er der Presse am Sonntagabend die aktuelle Situation im Verein präsentierte.
Kurz vor der Jahreshauptversammlung wurde die LAZ von einem Mitglied des TC informiert (Name ist der Redaktion bekannt), dass die Vorstandschaft um Große-Wilde „den Verein in finanzielle Schwierigkeiten gebracht haben soll“. Von angeblichen finanziellen Unregelmäßigkeiten wurde der LAZ berichtet wobei es sich um eine Größenordnung zwischen 30.000 bis 50.000 Euro handeln könnte.

„Die Zahlen können wir nicht bestätigen – wir wollen nicht spekulieren“, sagten der neue Vorsitzende Unholz, aber auch der stellvertretende Vorsitzende der letzten Amtsperiode Dennis Ebs übereinstimmend. Ebs bestätigte Schwierigkeiten, weil dem Verein derzeit keine Unterlagen vorliegen würden, sei eine Aufklärung schwierig. Zwar wurde Große-Wilde aufgefordert nach seinem Rücktritt die Vereinsunterlagen zu übergeben, aber dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geschehen, informierte Eps. Er bestätigte die Information der LAZ, dass ein beauftragter Anwalt den Ex-Vorsitzenden auf die Herausgabe der Unterlagen angeschrieben hat. Das Amtsgericht wurde über den Vorgang informiert, bestätigte Eps.

Dass der Verein unter der Leitung von Große-Wilde nicht als Einheit arbeiten konnte, zeigt der Blick auf die Homepage. Von zwölf Vorstandsposten waren vor den Neuwahlen vier nicht besetzt, darunter der wichtige Posten des Kassiers. Bereits in der Jahreshauptversammlung 2019 konnte den Mitgliedern kein Kassenbericht vorgelegt werden und auch an der Arbeit des Vorsitzenden gab es Kritik. Der Kassenbericht von 2018 wurde jetzt in der Jahreshauptversammlung am Samstag nachträglich präsentiert und von der Mehrheit auch genehmigt. Auf den Kassenbericht 2019 warteten die Mitglieder allerdings vergebens. Ebs, der die Versammlung für den nicht anwesenden Vorsitzenden leitete, erläuterte den Mitgliedern, dass erst die Unterlagen gesichtet werden müssten – die derzeit allerdings dem Verein nicht zur Verfügung stünden. Einig waren sich die neuen Vorstandsmitglieder, dass sie sich an den Spekulationen nicht beteiligen wollen. Die in der Versammlung im Raum stehenden Fehlbeträge in der Kasse zwischen 30.000 bis 50.000 Euro bestätigten die neuen Vorstandsmitglieder nicht.

Ebs berichtete auch über die Verabschiedung einer neuen Satzung, die den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt wurde. Nach der Zustimmung ist die Vorstandschaft nun in der Lage, Sonderzahlungen in der Höhe des zweifachen jährlichen Mitgliedsbeitrags vorzuschlagen. Die Mitgliederversammlung müsste dann entscheiden ob der Vorschlag der Vorstandschaft umgesetzt wird. „Natürlich haben wir derzeit nicht vor, die Mitglieder zur Kasse zu bitten. Der Verein ist nach dem jetzigen Kenntnisstand handlungsfähig“, sagte der neu gewählte Vize-Präsident (Sparte Finanzen) Christian Ott. Die Annahme der neuen Satzung verknüpfte die Vorstandschaft übrigens mit dem Antritt ihrer Ämter. Hätten die Mitglieder die neue Satzung abgelehnt, wäre keine neue Vorstandschaft zustande gekommen. Die Satzungsänderungen wurden letztendlich mit einer klaren Mehrheit befürwortet.

Der 50-jährige neue Vorsitzende, der Große-Wilde im Jahr 2017 ein gut bestelltes Haus übergab, stellt sich auf schwierige Wochen und Monate ein, denn es müsste nun alles lückenlos aufgearbeitet werden. Unholz, der inzwischen Präsidiumsmitglied im Badischen Tennisbund ist, hörte sich den Hilferuf einiger Vorstandsmitglieder an. „Ich hänge an dem Verein und daher habe ich mich entschlossen, den Vorsitz wieder zu übernehmen“, sagte Unholz der LAZ. Allerdings werde er die Präsidiumsaufgabe beim Badischen Tennisbund, wo Unholz für den Breitensport zuständig ist, nicht aufgeben. Er ist davon überzeugt, dass der Tennisclub bald wieder in ruhigerem Fahrwasser fahren wird. „Der Verein hat ein enormes Potential“, sagte Unholz abschließend, der großes Vertrauen in seine neuen Vorstandsmitglieder hat.
Unholz erwähnte den Kraftakt, der vor zehn Jahren nötig war, um die beiden Fusionsvereine TC 50 und TC Blau-Weiß zu einen. Auf einen ähnlichen Kraftakt stellt sich Unholz auch jetzt ein, um den Verein aus der Krise zu führen.
Trotz mehrmaliger Anfrage war der Ex-Vorsitzende Ralf Große-Wilde für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Vorstandschaft des TC Ladenburg setzt sich nun wie folgt zusammen:

Präsident: Mario Unholz, Vizepräsidenten: Christian Ott (Finanzen), Dennis Ebs (Sportentwicklung), Thomas Gerhardy (Sportbereich), Lena Jäger (Jugendsport), Kirsten Ahrens (Beach-Tennis), Wolfgang Hoss (Breitensport).

Dunkle Wolken hängen derzeit über dem Ladenburger Tennisclub.
Mario Unholz (rechts) und sein Vorstandsteam stehen vor umfangreichen Aufklärungsarbeiten.
Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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