Sternsinger ziehen mit klarer Botschaft durch Ladenburg
- Bereit: Die rund 80 Sternsinger kurz bevor sie sich auf den Weg machten, um Spenden zu sammeln.
- hochgeladen von Markus Weik
Aussendung in St. Gallus und Besuch im Rathaus stehen im Zeichen von „Schule statt Fabrik“
Mit einem feierlichen Aussendungsgottesdienst in der St.-Gallus-Kirche startete die diesjährige Sternsingeraktion in Ladenburg. Rund 80 als Königinnen und Könige gekleidete Kinder machten sich auf den Weg, um Spenden gegen Kinderarbeit zu sammeln.
Gemeindereferentin Silvia Streun führte die Sternsingerinnen und Sternsinger am vergangenen Freitag in die Kirche und begrüßte sie. Dabei nahm sie Bezug auf das diesjährige Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Weltweit seien weiterhin rund 138 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen. Das von der Völkergemeinschaft gesteckte Ziel, Kinderarbeit bis 2025 weltweit zu beenden, sei nicht erreicht worden. „Das hat wohl nicht geklappt“, stellte Streun ernüchternd fest. Schon vor rund 2700 Jahren sei diese Ungerechtigkeit kritisiert worden, und Gott wolle, dass Menschen dagegen ihre Stimme erheben.
Pfarrer Matthias Stößer griff das Thema auf und zitierte aus Jesaja 58. Der Prophet kritisiere darin die Ausbeutung von Menschen. Besonders deutlich werde dies in den Worten: „Seht doch: Selbst an euren Fastentagen macht ihr noch Geschäfte und beutet eure Arbeiter aus.“
Den Kindern wurde anschließend noch einmal die Geschichte von Nua ins Gedächtnis gerufen. Die Zehnjährige aus Bangladesch konnte mit Hilfe einer durch Spenden unterstützten Organisation der Kinderarbeit entkommen und besucht inzwischen wieder die Schule. Ihr Traumberuf: Anwältin. Auch die Sternsinger selbst wurden gefragt, was sie später einmal werden möchten. Die Antworten reichten von Polizist und Tierschützer über Chemiker, Erfinder und Zoowärterin bis hin zum Berufswunsch Standesbeamter – ein eher ungewöhnlicher Wunsch, der im Gottesdienst für einige Lacher sorgte.
Nach dem Segnungsgebet, bei dem Kreide, Segensaufkleber, Weihrauch und die Sternsinger selbst gesegnet wurden, wurde es ernst. Vor der Kirche entstand ein gemeinsames Gruppenfoto, anschließend zogen die rund 80 Kinder in kleinen Gruppen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern los, um Spenden zu sammeln.
Eine Delegation der Sternsinger besuchte im Anschluss das Rathaus. Dort empfing Stefan Schmutz die Kinder. Da an diesem Tag keine weiteren Termine anstanden, waren auch seine beiden Kinder dabei und verfolgten den Besuch der Sternsinger. Nach einem Lied brachten die Kinder den Segensaufkleber an der Tür des Bürgermeisterbüros an. Schmutz dankte den Sternsingern für ihr Engagement und betonte, dass die Unterstützung jenen Kindern gelte, die arbeiten müssten und oft keine Möglichkeit hätten, zur Schule zu gehen. Zum Abschluss überreichte er eine Spende sowie für jedes Kind eine kleine Tüte mit Wegzehrung – „für die anstrengende Aufgabe, die noch vor euch liegt“.
Autor:Markus Weik aus Ladenburg |
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