Die Unterstützung der Stiftungen ist für Ladenburg ein Glücksfall / Stiftungsgelder sorgen für einen gesellschaftlichen Mehrwert
Stiftungen sind verlässliche Partner Ladenburgs

Die Günter´sche Stiftung wurde 1772 mit dem Ziel gegründet im Günther´schen Waisenhaus 18 katholische Waisenkinder zu betreuen.
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  • Die Günter´sche Stiftung wurde 1772 mit dem Ziel gegründet im Günther´schen Waisenhaus 18 katholische Waisenkinder zu betreuen.
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Die Wohn- und Lebensqualität, die eine Stadt bieten kann, hängt nicht zuletzt von den Besonderheiten ab, mit der eine Kommune punkten kann. Die Betreuungs- und Bildungsangebote, die Vielfältigkeit der Vereinslandschaft, aber auch die Existenz von städtischen Einrichtungen wie eine Stadtbibliothek, ein Museum oder ein Freibad machen oft die Unterschiede aus ob eine Stadt als Wohnort begehrt ist oder nicht. Doch auch hier gilt der altbekannte Satz: „Ohne Moos – nichts los“. Die finanzielle Hauptlast für den Erhalt der Wohnqualität trägt natürlich die Kommune. Dies ist auch in Ladenburg so. Der Erhalt der städtischen Einrichtungen verschlingt in jedem Haushaltsjahr Millionenbeträge. Aber auch die Vereine investieren große Summen, um den Mitgliedern Besonderheiten bieten zu können. Sponsoren und Gönner sind daher besonders gefragt, denn die leisten einen nicht zu unterschätzenden Dienst an der Allgemeinheit. Nicht umsonst sind in den letzten Jahren Fördervereine wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Mitglieder fördern beispielsweise in Ladenburg das städtische Freibad und die Stadtbibliothek, aber auch Vereine und Schulen haben das Modell „Förderverein“, entdeckt, damit die Einrichtungen attraktiv bleiben.

Als Unterstützungsmodell sind auch die „Stiftungen“ beliebt. Das Prinzip einer Stiftung ist einfach. Ein Stifter möchte sich langfristig für einen gemeinnützigen Zweck engagieren und bringt einen Teil seines Vermögens in die Stiftung ein. Die Stiftung legt das Vermögen möglichst gewinnbringend und sicher an. Die erwirtschafteten Überschüsse werden für den gemeinnützigen Zweck ausgegeben. Eine Stiftung ist immer ein langfristiges Unterstützungsmodell, denn Stiftungen werden in aller Regel nicht aufgelöst.

Gesellschaftlicher Mehrwert durch die Stiftungen

„Stiftungen sind wichtige Akteure einer lebendigen Zivilgesellschaft, die durch ihr Wirken und Handeln wichtige Gesellschaftsbereiche direkt oder indirekt mittragen“, sagte Bürgermeister Schmutz, dass für die Stadtverwaltung die lokal wie überregional tätigen Stiftungen stets verlässliche Partner sind. Die Stiftungen würden durch ihre Mithilfe bei einer Vielzahl von Themen helfen, kommunale Interessen zu verstärken oder gar neue Impulse setzen. Ob beim Bau altersgerechter Wohnungen, bei der Bereitstellung von Grundstücken für soziale Einrichtungen oder Familien, bis hin zur spezifischen Förderung ausgewählter kultureller Einrichtungen oder ehrenamtlicher Initiativen und Projekte. In Ladenburg gäbe es zahlreiche Beispiele und glücklicherweise auch eine ganze Reihe von Stiftungen, die durch ihre Aktivitäten bereits einen erkennbaren gesellschaftlichen Mehrwert erzielt haben. Schmutz begrüßt es, dass die hier tätigen Stiftungen eng mit Ladenburg verbunden sind und somit dem Stiftungszweck gerecht werden so wie dies die Stiftungsgründer festgeschrieben hätten.

Die Günther´sche Stiftung

Mit die bedeutendste Stiftung ist die Günther´sche Stiftung für Jugendhilfe. Sie hieß bis 1967 Katholisch-Günther´scher Waisenhausfonds. Die Stiftung wurde vom kinderlosen Bürgermeister-Stellvertreter Georg Friedrich Günther gegründet, der 1772 in seinem Testament bestimmte, dass 18 katholische Waisenkinder im Günther'schen Waisenhaus betreut werden sollen. Hierfür wurde von ihm eine Stiftung ins Leben gerufen. In den Stadtprotokollen von 1780 ist nachzulesen, dass das Waisenhaus „gut und menschlich“ geführt wurde. 1938 wurde das Heim aufgelöst. 1945 wurde der Stiftungszweck umgewandelt. Danach wurde das Stiftungskapital unter anderem für den Bau des katholischen „Günther´schen Kindergartens“ in der Eponastraße und den Bau des evangelischen Anne-Frank-Kindergartens in der Oststadt eingesetzt. Auch für den baulichen Erhalt der Kindergärten werden Stiftungsgelder herangezogen.

Der Christliche Bürgerhospitalfonds

Eine weitere wichtige städtische Stiftung ist der „Christliche Bürgerhospitalfonds“, der eine öffentlich rechtliche Stiftung der Stadt Ladenburg ist. Diese Stiftung wurde um 1360 gegründet. Der ursprüngliche Stifter ist unbekannt. Die Urkunden über die Entstehung der Stiftung sind wohl im Dreißigjährigen Krieg vernichtet worden. Bis heute gilt als Stiftungszweck die Förderung des Wohnungsbaus für sozial schwache Bevölkerungsschichten, insbesondere für kinderreiche Familien und ältere Einwohner. Mit dem Stiftungskapital wurde unter anderem 1989 das Alten- und Pflegeheim am Waldpark gebaut, das im letzten Jahr an die Johanniter-Betreibergesellschaft verkauft wurde.

Die Hauber-Stiftung

Viele wichtige Projekte konnten in Ladenburg mit Geldern aus der Hauber-Stiftung finanziert werden. Die 1901 in Ladenburg geborene Anna Hauber verstarb im Juli 1968 in Mannheim. Sie war mit dem Zahnarzt Hermann Hauber verheiratet, der ebenfalls ein Freund Ladenburgs gewesen ist. Nach dem Tod von Anna Hauber vermachte die Witwe die Hälfte ihres Vermögens der evangelischen Kirche und je ein Viertel der Stadt Ladenburg und dem Heimatbund. Aus den Mitteln der Hauber-Stiftung wurde unter anderem der Marienbrunnen auf dem Marktplatz finanziert, der zum 50-jährigen Jubiläum des Heimatbundes im Jahre 1976 im Rahmen des Altstadtfestes eingeweiht werden konnte. Der Brunnen wurde vom Ladenburger Künstler Hans Volker Dursy gestaltet.

Die Molitor-Stiftung

Ein Segen für Ladenburg ist die im Jahre 2003 gegründete Anne-Marie und Walter Molitor-Stiftung, die von den Stiftungsräten Werner Molitor und Ina Große-Wilde geleitet wird. Die Satzung der Stiftung schreibt vor, dass aus dem Nachlass der Arztfamilie gerade Kinder und Jugendliche profitieren sollen. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung überwiegend in Pforzheim und in Ladenburg Vereine und Institutionen beglückt. Die Stiftung unterstützte beispielsweise die Anschaffung einer Wasserrutsche im Freibad mit 5.000 Euro. Fördermittel der Stiftung erfreuten auch die Rhönrad-Abteilung und die Triathlonabteilung der LSV, aber auch der Tennisclub wurde beim Bau der Beach-Tennisanlage unterstützt. Für die kirchliche Sozialstation Unterer Neckar finanzierte die Molitor-Stiftung schon mehrere Fahrzeuge und auch die städtische Musikschule kann sich auf die Molitor-Stiftung verlassen, die schon mehrere Instrumente bezahlt hat und die Erneuerung des Fußbodens für den Ballettraum finanzierte. Werner Molitor und seine Tochter Ina verfügen über einen jährlichen „Ladenburg-Etat“ von ca. 12.000 Euro und natürlich wird jeder Antrag akribisch geprüft, ob er dem Stiftungszweck entspricht.

Die Museumsstiftung

Erst seit zwei Jahren bereichert die Lobdengau-Museumsstiftung die Ladenburger Stiftungs-Landschaft. Die Idee, für die Unterstützung des Lobdengau-Museums, eine Stiftung zu gründen kam aus den Reihen des Heimatbundes und der Stadt Ladenburg. Der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Rainer Beedgen ist der Kopf der Stiftung, der mit den Stiftungsratsmitgliedern entscheidet, welche Projekte umgesetzt werden sollen. Gleich das erste Vorhaben der Museumsstiftung wurde ein großer Erfolg. Mit Geldern der Stiftung des Heimatbundes wurde auf der Dachterrasse des Museums ein Römergarten gestaltet, der nicht nur für das Museum selbst, sondern für die ganze Stadt eine Bereicherung ist.

Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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