Pferde im Rhein-Neckar-Kreis verletzt – PETA setzt 2000 Euro Belohnung für Hinweise aus
Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für „Pferderipper“-Fälle

Fahndung nach Tierquäler: Seit Anfang Juni verletzte ein Unbekannter immer wieder Pferde im Rhein-Neckar-Kreis. Die Taten ereigneten sich auf Koppeln und Stallungen in den Ortschaften Heidelberg-Pfaffengrund, Plankstadt und Neckargemünd-Dilsberg sowie im Heddesheimer Ortsteil Muckensturm und in Wiesloch. Der oder die Täter fügten den Tieren meistens mit Schneidwerkzeugen Wunden im Schulter- oder Genitalbereich zu. Das Polizeipräsidium Mannheim hat umfangreiche Ermittlungen aufgenommen und die Ermittlungsgruppe "Koppel" eingerichtet. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeirevier Ladenburg unter der Telefonnummer 06203-93050 sowie unter der Notrufnummer 110 entgegen.
 
PETA setzt Belohnung aus
Um die Taten aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro für Hinweise, die den oder die Tierquäler überführen, aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation melden – auch anonym.
 
„Mit unserer besonders hohen Belohnung möchten wir helfen, den oder die Täter endlich zu finden und aufzuhalten“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern außerdem ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde sowie überführte Täter erfasst werden. So könnten mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt und Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver auch überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt werden, um ihre Vierbeiner besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von „Pferderippern“ und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
Die Tierrechtsorganisation setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen.
 
Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
PETA warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere.
 
Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.

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Die Redaktion aus Ladenburg

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