Der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl wünscht sich eine größere Wertschätzung von Lebensmitteln / Er brach eine Lanze für die Landwirtschaft
Dumpingpreise haben auf einem Wochenmarkt nichts verloren

Uli Sckerl hörte bei seinen Sommergesprächen auf dem Ladenburger Wochenmarkt aufmerksam zu.
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  • hochgeladen von Axel Sturm

Für seine diesjährigen Sommergespräche hatte sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Uli Sckerl, ganz bewusst die Wochenmärkte in seinem Wahlkreis ausgesucht. Den Wochenmarkt in Ladenburg findet der Landespolitiker übrigens besonders attraktiv. Schließlich bauen die Markthändler in Ladenburg gleich zweimal pro Woche ihre Marktbuden auf und auch über die Qualität des Ladenburger Wochenmarktes könne man nicht meckern. Sckerl ist davon überzeugt, dass Wochenmärkte eine Innenstadt bereichern und sie sollten nicht als Konkurrenz des Einzelhandels angesehen werden. Nicht alle Konsumenten wollten nämlich die ebenfalls attraktiven Hofläden besuchen, die meist im Außenbereich liegen. In Ladenburg liege der Markt sogar mitten in der Stadt und das sei gut so, meinte Sckerl.

„Wegen aktueller Vorfälle“ setzt sich Sckerl für die gerechte Bezahlung der Erntehelfer ein. Das Einkommen für die schwere Arbeit müsse auskömmlich sein und auch eine sichere Unterkunft für die Arbeitskräfte aus Polen und Rumänien unter Einhaltung der Corona-Vorschriften müsste eine Selbstverständlichkeit sein. Sckerl sind die immer wieder ans Tageslicht kommenden Defizite in diesem Bereich bewusst und er wünscht sich daher mehr Kontrollen der zuständigen Aufsichtsbehörden. Was sich Sckerl auch wünscht, ist eine stärkere Wertschätzung von regional produzierten Lebensmitteln. „Dumpingpreise auf dem Wochenmarkt – das geht einfach nicht“, sagte der Politiker, der sich ein verändertes Verbraucherverhalten erhofft. Die Arbeit der Landwirte müsste wertgeschätzt werden. Hier sieht Sckerl – „vielleicht auch wegen Corona“ – eine Trendwende eingeläutet. Ein „weiter so“ könne es jedenfalls nicht geben und Sckerl ist guten Mutes, dass Dumpingpreise für Obst, Gemüse und Fleisch bald der Vergangenheit angehören.

Ein Thema, auf das Sckerl auch in Ladenburg mehrfach angesprochen wurde, ist der Umgang mit Corona. Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner sprachen das Team der Grünen aber nicht direkt an - auch die Ratsmitglieder Jenny Zimmermann, Hanne Zuber und Marius Steigerwald sowie Kreisrätin Ursula Schmollinger standen auf dem Marktplatz Rede und Antwort.
Einige Eltern schulpflichtiger Kinder wollten wissen, ob ein geregelter Schulbetrieb nach den Sommerferien garantiert werden könne. Mit der Arbeit der zuständigen Kultusministerin Susanne Eisenmann ist Sckerl nur bedingt zufrieden. Die Bildungsplattform für elektronische Lehr- und Lernassistenz (ELLA) sei voll in die Hose gegangen und auch die ELLA-Nachfolgelösung verzögerte sich erst einmal. „Mittlerweile ist das Gesamtkonzept aber stimmig“, findet Sckerl, der in den Gesprächen auch immer wieder auf das erfolgreiche Corona-Krisenmanagement in Deutschland hinwies. „Der Föderalismus hat sich in Coronazeiten bewährt“, meinte der Politiker, dass die Länderzuständigkeiten in der Krise mit dazu beigetragen haben, dass „die Pandemiezahlen im Griff sind“.

Eindeutig zu kurz kam dem Abgeordneten in den letzten Monaten das Thema Klimaschutz. „Die Klimakrise hat keine Pause gemacht. Der Energieverbrauch ist wegen Corona zwar zurückgegangen, aber die Grundprobleme sind nach wie vor nicht gelöst“, kritisierte Sckerl. Den Klimaschutz wieder stärker auf die Agenda zu setzen, das müsse das Ziel in den nächsten Wochen sein, meinte Sckerl, der damit auch im Landtagswahlkampf punkten will. Er ist froh, dass es gerade in Ladenburg eine gut funktionierende Zusammenarbeit geben würde. „Das Bündnis Artenvielfalt ist in Baden-Württemberg ein beispielgebendes Kooperationsmodell und die Ladenburger setzen Maßstäbe“, dankte Sckerl nicht nur der örtlichen BUND-Gruppe, sondern auch den kooperativen Landwirten sowie dem Grünen-Ortsverband, der die Antriebsfeder des Bündnisses Artenvielfalt sei.

Sckerl wurde aber auch mit ganz alltäglichen Problemchen bei seinem Sommergespräch auf dem Marktplatz konfrontiert. Eine Dame hatte im Keller einer Bekannten eine Dose Altöl gefunden und keiner wollte ihr den Schadstoff abnehmen. Ein Tankstellenbesitzer sagte Nein, der städtische Bauhof sagte Nein und auch die AVR lehnte die Ablieferung ab. Um dieses Anliegen wollten sich die anwesenden Ratsmitglieder kümmern, wofür sich die ältere Dame dankbar zeigte.
Am Ende begab sich Sckerl noch auf Einkaufstour auf dem Ladenburger Wochemarkt. Frisches Obst und Gemüse müsse bei ihm im Haushalt immer greifbar sein und er gab zu, auf dem Ladenburger Wochenmarkt stand er beim Einkauf vor der Qual der Wahl.

Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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