Keine Lust mehr auf die Ladenburger Gartenlust
- Die Ladenburger Gartenlust war immer ein Publikums-Magnet. Nun wird die Veranstaltungsreihe eingestellt.
- hochgeladen von Axel Sturm
Durch die strategische Neuausrichtung der Baumschule Huben gibt es zukünftig keine Ladenburger Gartenlust mehr / Auch die Adventslust findet nicht mehr statt
In der weit über die Region hinaus bekannte Ladenburger Baumschule Huben setzt sich der strategische Veränderungsprozess fort. Seit dem 1. April hat die Traditions-Baumschule ihr Privatkunden-Geschäft neu ausgerichtet. Das spontane Einkaufen im Gartenpark der Baumschule, der für Pflanzenfreunde ein Eldorado war, wurde eingestellt, was viele Kunden sehr bedauerten. Ziel der Geschäftsleitung ist es, nicht den Privatverkauf, sondern die Pflanzenproduktion wieder in den Mittelpunkt zu stellen (die LAZ berichtete).
Dieser Tage verschickte die Geschäftsleitung nun ein Schreiben, in dem Carlo Huben ein neues Ausrichtungsziel mitteilt. Die Adressaten sind die über 200 Aussteller der Ladenburger Gartenlust. Die Großveranstaltung findet seit dem Grünprojet im Jahre 2005 im zweijährigen Rhythmus auf dem Rosenhof-Gelände statt. Die Veranstaltung lockte zehntausende Gartenfreunde aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Ladenburg, was für die Stadt mit einem beträchtlichen Imagegewinn verbunden war.
Die Fortschreibung der Ladenburger-Gartenlust-Geschichte ist nun aber vorbei, denn im Zuge der Neuausrichtung finden zukünftig in der Baumschule keine Veranstaltungen mehr statt. „Wir wollen Sie hiermit informieren, dass die Gartenlust sowie die Adventslust auf unserem Baumschulengelände bis auf Weiteres nicht mehr stattfinden“, steht in dem Schreiben an die Aussteller, die im nächsten Jahr zur 11. Gartenlust nach Ladenburg kommen wollten. Carlo Huben teilt den Händlern mit, dass die Entscheidung, keine Veranstaltungen mehr durchzuführen, „keineswegs leichtgefallen sei“. Der Geschäftsleitung sei bewusst, dass sowohl die Gartenlust als auch die Adventslust über viele Jahre hinweg ein geschätzter Treffpunkt für Aussteller, Partner und Besucher war. „Umso mehr wissen wir ihr Interesse und ihre bisherige Teilnahme zu schätzen und danken für ihren Beitrag zum Erfolg der letztjährigen Veranstaltung von ganzem Herzen“, teilte Carlo Huben den Ausstellern mit, die teilweise seit der Premieren-Veranstaltung dabei sind. Huben bittet um Verständnis, dass dieser unternehmerische Schritt so getroffen werden musste. „Wir wünschen Ihnen für Ihre kommenden Projekte und Veranstaltungen viel Erfolg“, endete das Schreiben an die Aussteller mit guten Wünschen.
Die Gartenträume sind nun ausgeträumt
Auf der Homepage des Unternehmens ist über die strategische Entscheidung, die ein Aussteller der LAZ mitteilte, noch nichts zu lesen. Dort wird weiterhin geworben, dass die Gartenlust und die Adventslust seit vielen Jahren Besuchermagnete sind. Das Ambiente des 30.000 qm großen Ausstellungsgeländes mit dem Verkaufsgarten und den weitläufigen Parkanlagen des historischen Rosenhofs biete eine wunderbare Event-Kulisse. „Hier werden Garten- und Gärtnerträume Wirklichkeit“, wirbt Huben immer noch im Netz. Diese Träume sind nun ausgeträumt.
Die Beendigung der Großveranstaltung bei Huben, die im Sommer an den Veranstaltungs-Wochenenden bis zur 30.000 Besucher anlockte, ist ein weiterer Nackenschlag für die Stadt Ladenburg. Schon kurze nach der Etablierung stand das Ladenburger Ballon-Festival, das wie die Gartenlust erstmals im Jahr 2005 stattfand, wieder vor dem aus. Den Standort Ladenburg verlassen hat auch das Oldtimertreffen des Mercedes-Benz-Veteranen Clubs, das über 40 Jahre an Pfingsten in der Benzstadt stattfand. In diesem Jahr kehrt das Oldtimer-Treffen zwar wieder nach Ladenburg zurück – aber eine dauerhafte Rückkehr wird es wohl nicht sein. Mit der Beständigkeit beim Ladenburger Musiksommer der Hirschberger Agentur DeMi-Promotion, der bei den Auftritten von namhaften Gruppen wie Rosenstolz, Ich und Ich, Xavier Naidoo oder Fanta 4 auf der Ladenburger Festwiese regelmäßig über 15.000 Gäste anzog, ist es ebenfalls vorbei. In diesem Jahr fällt die Großveranstaltung ganz aus – wie es mit dem Musik-Festival auf der Festwiese weitergehen wird, entscheidet die Konzertagentur von Jahr zu Jahr. Derzeit seien keine passenden Künstler, die zum Konzert auf der Festwiese passen, auf dem Markt, teilte DeMi-Promotion Anfang des Jahres mit.
Mit dem Ladenburger Drachenboot-Festival am 11./12. Juli und dem Triathlon-Festival Römerman am 18. Juli stehen noch zwei Veranstaltungen mit überregionaler Zugkraft im Veranstaltungskalender der Stadt Ladenburg.
Der Ladenburger Bürgermeister Stefan Schmutz bedauert, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und bürokratischen Hürden für Veranstalter immer schwieriger geworden sind. Die Stadtverwaltung werde die Veranstalter aber weiterhin nach Kräften unterstützen, denn Großveranstaltungen sind für Ladenburg wichtige Werbeträger und überregionale Aushängeschilder für die Stadt.
Stu/ Foto: Sturm
Autor:Axel Sturm aus Ladenburg |
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