Von unserer Mitarbeiterin Marion Schatz
Schlabbdewel haben die Kampagne 2020/21 noch nicht aufgegeben

Die Garden trainieren derzeit in kleinen Gruppen und mit Abstand.
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Derzeit kursieren vor allem in den sozialen Netzwerken jede Menge Meldungen zum Thema Absage der Fastnachtskampagne 2020/21 ja oder nein. Nun mag für die meisten die neue Kampagne noch in weiter Ferne liegen. Sie beginnt ja mit dem 11.11., so richtig los geht es aber meist erst im Januar. Bis dahin ist ja noch locker ein halbes Jahr Zeit. Doch schon jetzt müssen die Vorbereitungen getroffen werden. Säle angemietet, Bands und Büttenredner gebucht oder die Orden bestellt werden, um nur einiges zu nennen. Doch die Meinungen, ob man die Kampagne nun absagen soll oder nicht gehen recht weit auseinander.

Der bundesweite Dachverband, nämlich der Bund Deutscher Karneval hat diese Woche mitgeteilt, dass die Kampagne nicht generell abgesagt wird sondern man diese Entscheidung alleine den Vereinen überlassen sollte, da es ja auch regional große Unterschiede gibt. Köln ohne Karneval, das ist eigentlich undenkbar. In der rheinischen Metropole hält man bisher auch an der Kampagne oder Session, wie es dort heißt, fest. Es ist natürlich auch jedem klar, dass es in der momentanen Situation nicht so sein kann, wie man es gewohnt ist. Aber warum nicht auch einmal neue Wege gehen oder sogar zurück zu den Anfängen. „Vielleicht wird dies eine Session zurück zu den Ursprüngen: Im kleinen Kreis in den Veedeln feiern statt auf den Bühnen der großen Prunksitzungen. Auch digitale Lösungen sind möglich. Hier sind auch die Künstler und unsere Mitgliedsgesellschaften gefragt, um möglicherweise neue Karnevalsformen zu organisieren und positiv zu begleiten“, erklärt beispielsweise Frank Prömpeler, Präsident des Festausschusses Aachener Karneval.

Das ließe sich auch auf unsere Region übertragen. Während nämlich die Karnevals-Kommission Mannheim (KKM) dieser Tage nach Absprache mit den sieben federführenden Vereinen die Saalfastnacht in Mannheim abgesagt hat und das auch den Vorortvereinen empfiehlt wollen die noch nicht den Kopf in den Sand stecken. Klar müssen bei den großen Vereinen Säle schon jetzt gebucht werden ebenso wie Büttenredner oder Sitzungskapellen. Das stellt für die Vereine ein großes finanzielles Risiko dar. Ganz zu schweigen vom Stadtprinzenpaar, das wird es in dieser Kampagne also auch nicht geben. Bei den kleineren Vereinen, die ihre Veranstaltungen noch fast ausschließlich mit eigenen Kräften machen sieht das natürlich etwas anders aus.

Sehr verwundert zeigte sich daher auch Schlabbdewel-Präsident Elmar Petzinger über die Mitteilung der KKM, die Saalfastnacht abzusagen und das auch den kleineren Vereinen zu empfehlen. „Erst vor wenigen Wochen wurden wir von der KKM nach dem Stand unserer Planungen gefragt und jetzt kommt ohne weitere Rückfrage diese Pressemitteilung“ zeigt er sich ziemlich irritiert. Für die Schlabbdewel ist die Kampagne längst noch nicht abgeschrieben. Der größte Kostenfaktor, nämlich der Sitzungsmusiker ist ohnehin längst gebucht. „Das muss man immer schon ein Jahr im voraus machen“ so Petzinger. Ein Prinzenpaar gibt es bei den Schlabbdeweln ohnehin nur alle 11 Jahre und die Orden sind auch noch nicht geordert, da ist noch etwas Zeit. Die Sitzungen werden ohnehin fast ausschließlich mit eigenen Kräften gestaltet, mit den wenigen „Fremden“ werden die Verträge per Handschlag gemacht. Die Garden und Mariechen trainieren inzwischen in kleinen Gruppen im Freien. „Das müssen wir auch machen, um die Mädchen zu halten“ so Gardeminister Uwe Süfling zum wichtigen Aspekt der Jugendarbeit. Dass die Eröffnung nicht in gewohnter Weise stattfinden kann ist Petzinger natürlich klar. „Alles andere warten wir mal ab. Klar ist für uns, eine Veranstaltung muss Hand und Fuß haben und auch die Hygienevorschriften müssen umsetzbar sein. Wir sollten versuchen unsere Tradition auch in dieser Zeit leben zu können. Aber nicht, passend zu uns Schlabbdeweln, auf „Teufel“ komm raus. Vielleicht auch neue Formate angehen und ausnahmsweise mal Fasnacht „Open Air“ im Sommer feiern.“

Ähnlich sehen das auch die Zabbe in Seckenheim. „Die Zabbe werden Präsenz zeigen, wo immer es unter den geltenden Vorschriften möglich ist“, erklärt deren Präsident Andreas Eder. Auch er wünscht sich mehr Raum für kreative Ideen. Den Orden haben sie schon bestellt, allerdings ohne Jahreszahl. Eine besondere Bedeutung sprechen sowohl Elmar Petzinger als auch Andreas Eder der Freundschaft der Narren im unteren Neckarraum zu. Hier besteht ein reger Austausch und wer weiß, vielleicht findet man auch eine gemeinsame Lösung. Dass die Insulana, Zabbe, Schlabbdewel, Kummetstolle und Kälble das können haben sie ja schon bei mehreren Gemeinschaftssitzungen unter Beweis gestellt.

Autor:

Marion Schatz aus Friedrichsfeld

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