Der Heimatbund erinnerte mit einer Spontanaktion an die erfolgreiche Renovierung des Wasserturms / Außerdem freut sich der Heimatbund auf neue Mitglieder
Beim ausgefallenen Sommertagszug erlebte der Wasserturm seinen 2. Frühling

Evelyn Bausch, Carola Schuhmann (Mitte) und Jochen Liebrich machten beim ausgefallenen Sommertagszug Werbung für den Heimatbund.
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Spontane Ideen verfehlen oft ihre Wirkung nicht. Dies ist auch der Vorsitzenden des Ladenburger Heimatbundes, Carola Schuhmann, bewusst, die mit ihrem Team eigentlich den Sommertagszug am Sonntag Laetare (3. Sonntag vor Ostern) organisieren wollte. Doch auch die größte Kinderveranstaltung Ladenburgs fiel der Pandemie zum Opfer. „Im nächsten Jahr werden wir zum 70. Mal den Sommertagszug organisieren – es schmerzt sehr, dass wir in diesem Jahr die Veranstaltung absagen mussten, obwohl dies die einzig richtige Entscheidung war“, meinte die Vorsitzende. Ganz ohne Sommertagszug sollte der Sonntag in Ladenburg aber dann doch nicht ablaufen.

Zusammen mit Evelyn Bausch und Jochen Liebrich gestaltete Schuhmann einen kleinen Motivwagen, um am Marktplatz, am Domhof-Platz und vor dem Wasserturm Station zu machen. „Der Wasserturm erlebt seinen 2. Frühling“ wäre das Motto des großen Motivwagens in diesem Jahr gewesen. Das Motto brauchten die Heimatbund-Verantwortlichen nicht zu ändern – der Aufwand für die Ausschmückung des kleinen Handwagens war natürlich geringer. Vorstandsmitglied Hermann Mayer stellte die Wasserturm-Attrappe auf den Wagen, der von Heimatbund-Mitglied und Erbauer des Wasserturm-Modells Jörg Hölzle mit Stiefmütterchen ausgeschmückt wurde. Der kleine Motiv-Wagen erzielte jedenfalls am Sonntagmorgen die gewünschte Aufmerksamkeit, worüber sich die Vorstandsmitglieder des Heimatbundes sehr freuten.
Der Wasserturm aus Pappe kam übrigens nicht zum ersten Mal zum Einsatz. Er wurde immer wieder aus dem Fundus des Vereins hervorgeholt wenn er zum jeweiligen Jahres-Motiv passte, wie beispielsweise beim Sommertagszug 2003 als der Wasserturm seinen 100. Geburtstag feierte.

Das Erscheinungsbild des renovierten Wasserturms gefällt der Vorsitzenden ausgesprochen gut. Das Wahrzeichen Ladenburgs (neben den Kirchtürmen sowie dem Martinstor und dem Hexenturm) erlebt nach der Renovierung nun tatsächlich einen weiteren Frühling. Die helle Farbe des Turmkopfes ist zwar für manch einen Betrachter noch ungewohnt, aber der Farbton wurde in Absprache mit der Denkmalbehörde ausgewählt.
Der gleiche Farbton war übrigens bei der Wasserturmeröffnung im Jahre 1903 zu sehen. „Wir finden, der Wasserturm sieht nach der Renovierung richtig klasse aus“, waren sich Schuhmann, Bausch und Liebrich einig.

Neubürger/innen sollen sich beim Heimatbund engagieren

Einigkeit besteht auch, dass der Heimatbund mit seinen derzeit 510 Mitgliedern wegen der Pandemie eine Zeit der Ungewissheit durchmacht. Die Vereinsführung hat sich zwar auf ein Jahr mit Publikumsverkehr vorbereitet, aber Corona machte dem Verein in vielen Dingen einen Strich durch die Rechnung. Die Jahreshauptversammlung am Antoniustag musste abgesagt werden, der Sommertagszug musste entfallen und bis auf weiteres sind alle Stadtführungen und Erzählernachmittage aus dem Veranstaltungsprogramm gestrichen. Schuhmann und ihre Helferinnen und Helfer sind froh, dass nun die Museen der Stadt wieder geöffnet wurden.

Im Lobdengau-Museum organisieren die Heimatbundmitglieder die Aufsichtsschichten und im Museum des Benz-Hauses sind die Heimatbund-Mitglieder ebenfalls aktiv. Auch die Vorbereitungen für das Jahresbuch 2021 laufen nach Plan, ergänzte Vorstandsmitglied Uli Erhardt. „So früh waren die Beiträge noch nie fertig – die Autoren haben in Pandemiezeiten eben mehr Zeit“, meinte Erhardt, der im Heimatbund beispielsweise für die Überarbeitung des Ladenburg-Lexikons zuständig ist.
Für die Mitgliederwerbung ist seit zwei Jahren der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit, Jochen Liebrich, zuständig. Die wachsende Stadt – in den nächsten Jahren wird Ladenburg um 2.000 Bürgerinnen und Bürgern anwachsen – ist auch für den Heimatbund eine Chance, um die Neubürgerinnen und Neubürger für die Geschichte der Stadt zu begeistern. Einige neue Einwohner haben sich dem Verein bereits angeschlossen, sagte Schuhmann. Der Mitgliedsbeitrag von 12 Euro pro Jahr ist übrigens mehr als moderat. Der Vorsitzenden ist es wichtig, dass sich die neuen Ladenburger in die Stadtgesellschaft einbringen. Das ist nicht nur in den Sportvereinen möglich, sondern auch in den Vereinen, die sich mit der Geschichte befassen und um die Zukunft der Stadt kümmern. Die Belebung der Neubaugebiete Hockenwiese, des Matzgarten, der Martinshöfe und der neuen Nordstadt sieht der Heimatbund als Chance auch selbst zu wachsen.

Für den Verkehrskreisel an der neuen Nordstadt am Stadteingang Ost hat der Heimatbund übrigens schon einen Gestaltungsvorschlag bei der Verwaltung eingereicht. Carola Schuhmann wünscht sich, dass sich das Kreiselmotiv mit der Römerzeit befassen wird. Am Verkehrskreisel West wurde auf das Wirken des Autoerfinders und Ladenburger Ehrenbürger Carl Benz aufmerksam gemacht. Der Verkehrskreisel Ost mit der Figur des Heiligen St. Martin steht für die mittelalterliche Stadt. „Ladenburg wurde und wird aber auch besonders ausgeprägt als Römerstadt wahrgenommen“, meinte Schuhmann, die daher eine Römergestaltung des Nordstadt-Kreisels sehr begrüßen würde.

„Sommertagszugstimmung“ kam übrigens auch bei der Gastronomiefamilie Katzenmaier auf. Vor der Gaststätte „Im Lustgarten“ stand ein bunt geschmückter Sommertagswagen, der die Gäste Ladenburgs an den diesjährigen ausgefallenen Sommertagszug erinnern sollte.

Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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