Zwei Täter sprengten am Samstagmorgen gegen 4 Uhr einen Geldautomaten am Cornel-Serr-Platz auf / Sachschaden in Höhe von 50.000 Euro verursacht
Szenen wie in einem Actionfilm

Ein Ort der Verwüstung - unbekannte Täter sprengten am Samstagmorgen den Geldautomaten am Cornel-Serr-Platz auf.
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Diesen Morgen werden die Anwohner des Cornel-Serr-Platzes in der Ladenburger Oststadt nicht so schnell vergessen. Kurz vor 4 Uhr am Samstagmorgen wurden die Bewohner der Wohnungen über dem Edeka-Markt sowie die Anwohner im Umkreis von rund 300 Metern regelrecht aus dem Schlaf gerissen. Es war ein dumpfer Explosionsknall zu hören, der selbst noch hunderte Meter vom Tatort bemerkt wurde. Unbekannte Täter hatten erneut den Bank-Automaten der Sparkassen-Filiale am Cornel-Serr-Platz aufgesprengt.
Vor einem Jahr, am 28. Januar 2020, wurde schon einmal versucht den dortigen Geldautomaten aufzusprengen. Damals blieb es jedoch bei einem Versuch, weil die damaligen Täter eher dilettantisch ans Werk gingen. Es wurde eine brennbare Flüssigkeit in den Automatenraum geschüttet und mit einer Lunte angezündet. Es entstand lediglich Sachschaden. Geld fiel den Tätern damals nicht in die Hände.

Am Samstagmorgen gingen die Täter hingegen mit einer extremen Kaltschnäuzigkeit vor. Ein Anwohner, der mit seiner Frau über dem Geldautomatenraum wohnt, berichtete der LAZ, dass er gegen 3.45 Uhr aufwachte. Weil er nicht mehr schlafen konnte setzte er sich ins Wohnzimmer um ein Buch zu lesen. Der Mann bemerkte, dass auf dem Cornel-Serr-Platz ungewöhnliche Aktivitäten zu vernehmen waren. „Ich wache öfter mal so früh auf. Normalerweise ist es um diese Zeit totenstill – nur die Zeitungen werden kurz nach 4 Uhr angeliefert“, erzählte der Zeuge. Am Samstagmorgen schaute er dann aus seinem Fenster hinunter auf den Platz und sah wie sich eine dunkel gekleidete Person hinter dem Brunnen versteckte und auf den Bank-Automaten schaute. Der Zeuge rief dem Mann zu, was er denn hier zu suchen habe. „Der störte sich gar nicht und blieb hinter dem Brunnen sitzen“, erzählte der Zeuge. Mittlerweile beobachtete auch seine Frau die Geschehnisse. Selbst die Androhung, die Polizei informieren zu wollen, brachten den Mann nicht aus der Ruhe. Er schaute kurz zur Wohnung hoch, setzte sich eng an den Brunnen und dann gab es einen dumpfen Schlag. Dem Ehepaar war klar, dass gerade der Geldautomat gesprengt wurde. „Die Glassplitter flogen bis auf die andere Seite des Platzes und auch die in die Luft geschleuderten Geldscheine verteilten sich auf dem Platz“, sagten die Zeugen, die mittlerweile die Polizei verständigten. Weil ein starker Gasgeruch zu merken war, bekamen es die Anwohner mit der Angst zu tun. „Täter, die einen Bankautomaten sprengen, nehmen sicherlich auch die Beschädigungen von Wohnungen in Kauf“, beschrieben die Zeugen die beiden Täter als rücksichtslos und skrupellos. Die Täter sammelten mittlerweile die auf dem Platz verteilten Geldscheine ein. Ein anderer Nachbar hörte, wie die beiden Täter – es waren vermutlich Männer – sich in einer slawischen Sprache unterhielten. Der Mann ist selbst Italiener und konnte klar heraushören, dass sich die Täter slawisch unterhielten. Innerhalb von einer Minute waren wohl alle Geldscheine eingesammelt und die Täter rannten zu dem bereitstehenden schwarzen Kastenwagen, der vor dem Edeka-Markt geparkt wurde. Gerade als die Bankräuber davonbrausen wollten, fuhr ein weißer Combi vor, dessen Fahrer wie immer an Werktagen die Tageszeitungen am Cornel-Serr-Platz ablegte, die von den Austrägern dort abgeholt werden. Die Zeugen meinten, dass der Fahrer den flüchtenden Tätern sogar hinterherfahren wollte. „Das Manöver war aber nicht mehr in unserem Blickfeld“, sagte die Anwohnerin.

Wenige Minuten nachdem die Täter die Flucht ergriffen haben, traf bereits die Polizei ein. „Das ging glücklicherweise sehr schnell“, war die Zeugin dankbar, die mit ihrem Mann die Geschehnisse zu Protokoll gab. Einige Zeit später hörten die Anwohner, wie ein Polizeihubschrauber über die Oststadt flog. „Die Täter waren aber vermutlich längst über alle Berge“, sagte das sichtlich mitgenommene Ehepaar der LAZ. „Normalerweise sieht man solche Szenen nur in einem Actionfilm – und jetzt erlebten wir eine solche Story in unserem beschaulichen Ladenburg“, meinte die Frau, die mit ihrem Mann gegen 9 Uhr erst mal einen extra starken Kaffee trinken wollte.
Laut einer Pressemitteilung der Polizei hat die Zentrale Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg am Samstagmorgen die Spurensicherung übernommen. Die Höhe des angerichteten Sachschadens beläuft sich auf ca. 50.000 Euro. Die Höhe der Beute steht bislang noch nicht fest.
Weitere Zeugen, die Hinweise zur Tat, zu den Tätern und/oder verdächtigen Fahrzeugen geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter Tel.: 0621/174-4444 in Verbindung zu setzen.

Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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