Die Vorstandschaft der Stadtkapelle möchte wegen der steigenden Fallzahlen kein Risiko eingehen / Dirigent Baumer: Absage des Altstadtfestes hat schließlich einen Grund
Nach der unberechenbaren Corona-Situation sagt die Stadtkapelle das Obsthof-Konzert ab

Die Stadtkapelle brennt auf öffentliche Auftritte – wegen der Corona-Pandemie wollen die Vorstandschaft und der Dirigent Helmut Baumer aber kein Risiko eingehen.
  • Die Stadtkapelle brennt auf öffentliche Auftritte – wegen der Corona-Pandemie wollen die Vorstandschaft und der Dirigent Helmut Baumer aber kein Risiko eingehen.
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Auch die Mitglieder der Stadtkapelle freuten sich auf die Eröffnung des Altstadtfestes. Seit der Gründung der Stadtkapelle im Jahre 1993 spielt der musikalische Botschafter der Stadt zur Festeröffnung auf der Marktplatzbühne auf. Wenn das „Badener Lied“ zum Abschluss des Auftritts zu Ende gespielt ist und das Festbier angestochen wurde, ist das Altstadtfest offiziell eröffnet.

In diesem Jahr ist bekanntlich alles anders. Wegen der Corona-Pandemie wurde das beliebteste Fest der Ladenburger abgesagt, so dass auch dieser Auftritt der Stadtkapelle am Samstagvormittag nicht stattfinden wird. Die Vorsitzende des Vereins Helene Völter-Erhardt musste im Frühjahr bereits den Vereinshöhepunkt wegen der Pandemie absagen. Das Frühjahrskonzert, das jedes Jahr in der ausverkauften Lobdengau-Halle stattfindet und das zu den beliebtesten Kulturveranstaltungen der Stadt zählt, konnte wegen Corona nicht stattfinden. Die Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Helmut Baumer plante stattdessen ein Herbstkonzert zu organisieren. Weil sich die Corona-Lage aber nicht wirklich entspannte und Großveranstaltungen weiterhin nicht stattfinden dürfen, wurde auch das Herbstkonzert abgesagt.

Im Gespräch mit der LAZ sagte der Dirigent, dass die Mitglieder der Musikkapelle die öffentlichen Auftritte vermissen. Seit Monaten finden keine gemeinsamen Proben statt und für Helmut Baumer wird es immer schwieriger, „die Truppe zusammenzuhalten“. Daher wurde in der Vorstandschaft darüber diskutiert, ob man nicht direkt nach dem Altstadtfest auf der Veranstaltungswiese des Obsthofes Schuhmann ein kleines Konzert anbieten könnte. 50 Personen sollten am Montag nach dem Altstadtfest ihre eigenen Klappstühle mitbringen, die zwei Meter auseinander stehen sollten. „Wir dachten, das könnte eine tragbare Lösung sein, mit der die Corona-Sicherheitsvorgaben umgesetzt werden können“, meinte die Vorsitzende Helene Völter-Erhardt. Auch Helmut Baumer war guten Mutes, dass die Veranstaltung am Montag nach dem Altstadtfest stattfinden kann.
Mit dem Anstieg der Corona-Fallzahlen und der Gefahr einer zweiten Corona-Welle war es der Vorsitzenden aber nicht wohl. Sie wollte in keinem Fall ein Risiko eingehen und rief daher eine Vorstandssitzung ein um über die neue Lage zu reden. Alle Vorstandsmitglieder, aber auch der Dirigent waren sich schnell einig, dass ein Konzert – und sei es noch so klein – wegen der ansteigenden Fallzahlen nicht in die Kulturlandschaft passt. Auch der Pressebericht in der LAZ wegen des terminierten Konzerts der Altstadt-Musikanten auf dem Obsthof Schuhmann am Altstadtfest-Sonntag am 13.9. (die LAZ berichtete), hat die Verantwortlichen der Stadtkapelle nachdenklich gemacht. „Wir wollten unseren Auftritt nochmals überdenken. In der Vorstandssitzung wurde dann einstimmig beschlossen, dass wir den Auftritt sein lassen“, teilte Völker-Erhardt mit. Sie hält es zum einen für „ungünstig“, dass einen Tag vor dem Konzert der Stadtkapelle auf dem Obsthof die Altstadt-Musikanten auftreten werden. Der andere Grund ist für die Vorsitzende aber noch wichtiger. „Die Situation mit Corona ist einfach unberechenbar“, meinte die Vorsitzende, die aus Vernunftgründen das Stadtkapellenkonzert absagte.

Die Entscheidung ist auch im Sinne des Dirigenten Helmut Baumer. „Natürlich hätten wir gerne gespielt, aber das Risiko ist zu hoch“, sagte Baumer im LAZ-Gespräch. Er meinte, dass die Verwaltung das Altstadtfest nicht ohne Grund abgesagt hat. „Wenn nun jeder sein eigenes Süppchen kocht und eigene Veranstaltungen organisiert, hätte man auf die Absage auch verzichten können“, bringt es Helmut Baumer auf den Punkt.
Baumer hofft trotzdem, dass in den nächsten Wochen gemeinsame Proben wieder möglich sein werden. Die Stadtkapelle übt die Stücke im Saal des Feuerwehrhauses ein, der wegen der Größe gemeinsame Proben auch hergeben würde. Allerdings hat die Stadtverwaltung das Feuerwehrhaus derzeit für Veranstaltungen gesperrt. Baumer war aber nicht untätig und lud einzelne Orchesterbereiche wie die Klarinettenspieler, die Blechbläser und die „Flötenabteilung“ zur Instrumentenprobe in den Ballettsaal der städtischen Musikschule ein. „Das hat gut geklappt – die Sicherheitsvorgaben können hier auch eingehalten werden“, meinte Baumer, der darauf brennt, dass er seine Kapelle bald wieder in voller Stärke dirigieren darf.

Autor:

Axel Sturm aus Ladenburg

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